Trotz immer besserer Internetanbindungen wird die Optimierung der Ladezeit aus verschiedenen Gründen immer wichtiger. Der Einsatz eines CDN (Content Delivery Network) kann dabei ein wichtiger Optimierungsfaktor sein, der sich positiv auf folgende Punkte auswirken kann:
- Die Absprungrate
- Suchmaschinen-Plazierung
- Server-Last/-Traffic
- Kostenreduzierung
Doch zuerst: Was ist ein CDN oder Content Delivery Network? Ein CDN ist meist ein weltweit oder kontinentales Netzwerk aus Servern, die Inhalte an den Besucher ausliefern können. In diese werden statische Inhalte wie Bilder, Javascript, CSS und Videos vorgehalten, die dann von einem möglichst nah am Besucher liegendem Server an diesen ausgeliefert werden. Da die Inhalte zum einen nicht durch das ganze Netz transportiert werden müssen, und zum anderen der Client von zwei Ressourcen parallel Daten anfordern kann, steigt die Ladegeschwindigkeit und die Latenz sinkt.

Netzwerk ohne Content Delivery Network

Netzwerk mit Content Delivery Network
Kommen wir nun zu den Punkten, auf die sich die Verwendung eines solchen Netzwerkes positiv auswirken kann.
Die Absprungrate
Der erste Punkt ist eigentlich jedem klar: Wer auf eine Seite warten muss, springt ab und obwohl die Anbindungen in der Regel schneller werden, sind die Besucher wesentlich ungeduldiger als noch vor ca. 5 Jahren, als das Warten auf eine Seite noch zum Alltag gehörte. Welche Korrelation zwischen Ladezeit und Absprungrate besteht, ist zu individuell, um darüber eine pauschale Aussage zu treffen. Allerdings gilt für alle Seiten: Je schneller, desto besser
Google hat dazu in einem Test das Ausliefern ihrer Suchergebnisse künstlich verzögert. Und zwar im Maximum um gerade mal 400 ms. Die Folge ist ein Einbruch des Suchvolumens um 0,59%. Dieses Ergebnis ist meiner Meinung auch noch extrem geschönt, da Google einen hohen Trust hat und die Benutzer wissen, was Sie erwartet. Ein Erstbesucher auf Ihrer Seite weiß das nicht, daher ist dort die Absprungrate meist um ein Vielfaches höher.
Suchmaschinen Platzierung
Zu Punkt zwei. Diese Auswirkung wird oft vergessen, aber Fakt ist, dass alle großen Suchmaschinen offen zugeben, die Ladezeit mit in das Ranking aufzunehmen. Zu welchem Teil, darüber lässt sich natürlich nur spekulieren. Aber gering kann er nicht sein, wenn Yahoo und Google sogar eigene Page-Speed-Analyse-Werkzeuge als Browser-Plugin anbieten. Aber selbst, wenn sie die Ladezeit nicht als Ranking-Faktor einbeziehen würden – die Absprungrate und Verweildauer auf Ihrer Seite ist es auf jeden Fall. Und die hat ebenfalls einen Einfluss auf das Ranking. Hier beißt sich also die Katze in den Schwanz….
Darüber hinaus wird die Verwendung eines CDN so oder so positiv bewertet. Bei Google heißt es zwar nur, dass man statische Inhalte wie Bilder, Javascript und CSS auf eine sogenannte “cookieless domain” auslagern soll. Yahoo dagegen vergibt nur die volle Punktzahl, wenn ein echtes CDN eingesetzt wird.
Server-Last/-Traffic
Der letzte Punkt ist die Entlastung des eigenen Servers. CDN sind eine wirklich gute Möglichkeit, Last vom Server zu nehmen. Dieser kann sich ganz auf die Bereitstellung der dynamischen Inhalte konzentrieren, ohne die vielen weiteren Requests für die restlichen Seitenelemente bearbeiten zu müssen. Aber auch wer mit Engpässen aufgrund eines hohen Traffic-Aufkommens Probleme hat, kann sich mit der Auslagerung von Downloads oder Audio-/Video-Inhalten in ein CDN helfen.
Kostenreduzierung
Dieser Punkt mag den ein oder anderen verwundern, da Content Delivery Networks in der Regel sehr teuer sind. Aber es gibt auch Fälle, wo sich durch Ihren Einsatz sparen lässt. Wer seine Seite in der Cloud hosted, bezahlt in der Regel recht viel für den anfallenden Datenverkehr. Im Beispiel von JiffyBox sind das pro GB 0.09 Cent. Dagegen kostet MaxCDN pro GB umgerechnet nur 0.07 Cent und wird bei der Abnahme von größeren Volumen sogar noch günstiger.
Fazit
Kleine, performante Seiten stehen im krassen Gegensatz zum Trend, immer mehr Bilder/Videos und JavaScript-Frameworks einzusetzen. Trotzdem sollte vor dem Einsatz eines CDN zuerst einmal die Datenmenge reduziert werden z.B. durch Kompression der verwendeten Scripte und CSS-Dateien. Auch die Bilder sollten nochmal durch ein Optimierungs-Tool wie optipng laufen. Photoshop hat das leider nicht so ganz raus…
Zur Messung der eigenen Seiten-Performance empfiehlt sich der Einsatz eines Browser-Plugins wie PageSpeed oder eine Onlinemessung wie sie z.B. Pingdom bietet. Diese geben auch gute Tipps zu weiteren Optimierungs-Faktoren.
Nächste Woche geht es dann im Teil zwei weiter. Dieser wird verschiedene Typen von CDN beleuchten und auch ein paar Tips und Empfehlungen geben, wie Ihr günstig selber ein CDN für Euch nutzen könnt.